Neuer Kirchenführer erschließt die Wallfahrtskirche St. Afra im Felde

Neue Publikation berücksichtigt erstmals Erkenntnisse der Generalsanierung – Geschichte einer der bedeutendsten Friedberger Kirchen neu aufgearbeitet

Nach der Generalsanierung der Wallfahrtskirche St. Afra im Felde ist jetzt ein neuer Kirchenführer erschienen. Die 32-seitige Publikation von Dr. Michael Andreas Schmid, Diözesankonservator und Leiter des Fachbereichs Kunst und Denkmalpflege des Bistums Augsburg, zeichnet die wechselvolle Geschichte der Kirche nach. Erstmals berücksichtigt sie auch Erkenntnisse, die während der umfangreichen Sanierungsarbeiten von 2021 bis 2024 gewonnen wurden.

Den neuen Kirchenführer stellte P. Steffen Brühl am Ende des Festgottesdienstes zum Afra-Fest am 7. August 2026 erstmals öffentlich vor.

Der heutigen Wallfahrtskirche gingen an diesem Ort mindestens zwei, möglicherweise sogar drei Vorgängerkirchen voraus. Zwischen 1701 und 1712 wurde sie als prachtvoller hochbarocker Saalbau neu errichtet. Besonders bemerkenswert ist ihre aufwendige Stuckausstattung.

Gerade zur Gestaltung des Innenraums brachte die jüngste Generalsanierung neue Erkenntnisse. Sie betreffen die herausragende Stuckdekoration der Decke ebenso wie die historische Farbgebung. Auf Grundlage der denkmalpflegerischen Befunde wurde die Raumschale großteils in jener Farbfassung wiederhergestellt, die sich für die Erbauungszeit nachweisen ließ.

Der Kirchenführer richtet den Blick jedoch nicht nur auf die glanzvolle Barockzeit. Er zeichnet auch die tiefen Einschnitte nach, die das Gotteshaus in den folgenden Jahrhunderten erlebte. Nach der Säkularisation wurde die Kirche ihrer Ausstattung beraubt, die beiden Türme wurden abgebrochen und die Fenster zugemauert. Ab 1811 diente das ehemalige Gotteshaus als militärisches Pulvermagazin. Erst 1877 gelang Wallfahrtsdirektor Alois Melcher der Rückkauf. Am 1. Juli 1878 weihte der Augsburger Bischof Pankratius von Dinkel die Kirche wieder.

Auch die Modernisierung der 1960er Jahre veränderte den Innenraum grundlegend. Damals wurde nahezu die gesamte Ausstattung des 19. Jahrhunderts entfernt. Die jüngste Generalsanierung stand deshalb vor einer besonderen Aufgabe: Der Raum sollte seine historische Würde zurückgewinnen, ohne die Veränderungen seiner Geschichte einfach rückgängig zu machen. Dabei gelang es, die unterschiedlichen Umgestaltungen des Innenraums aus mehreren Epochen zu einer harmonischen Gesamtsicht zu verbinden.

Ergänzt wird die Darstellung durch einen Beitrag von P. Steffen Brühl SAC über die heilige Afra und die Bedeutung der Augsburger Bistumspatronin.

Der im Kunstverlag Josef Fink erschienene Kirchenführer umfasst 32 Seiten mit 22 Abbildungen und kostet 4 Euro. Er ist in der Wallfahrtskirche St. Afra im Felde und im Pfarramt St. Jakobus maj., Eisenberg 2, erhältlich. Außerdem kann er über den Buchhandel bestellt werden (ISBN 978-3-95976-620-3).

Michael A. Schmid
Wallfahrtskirche St. Afra im Felde, Friedberg-St. Afra,
mit einem Beitrag über die heilige Afra von P. Steffen Brühl SAC,
32 Seiten, 22 Abb., Format 13,6 x 19 cm, 1. Auflage 2026,
Verarbeitung: Broschur Klammerheftung,
Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg i. Allgäu
ISBN 978-3-95976-620-3
Preis: 4,00 Euro

Erhältlich in der Wallfahrtskirche St. Afra im Felde,
im Pfarrbüro St. Jakobus maj. (hier)
und über jede gute Buchhandlung zu bestellen.