Die Vita der heiligen Afra
Die heilige Afra gehört zu den bekanntesten Gestalten der frühen Kirche in Süddeutschland. Nach der Überlieferung lebte sie um das Jahr 300 in Augsburg. In einer Zeit, in der Christen verfolgt wurden, bekannte sie sich zum christlichen Glauben und ließ sich taufen.
Als Kaiser Diokletian eine der letzten großen Christenverfolgungen im Römischen Reich anordnete, wurde auch Afra festgenommen. Obwohl man ihr die Freiheit versprach, wenn sie ihrem Glauben abschwöre, blieb sie standhaft. Um das Jahr 304 erlitt sie den Märtyrertod durch Verbrennen.
Die Überlieferung berichtet, dass ihr Martyrium auf einer Lechinsel vor den Toren des damaligen Augsburg stattfand. Seit dem frühen Mittelalter wird der Ort der heutigen Wallfahrtskirche St. Afra im Felde mit diesem Geschehen in Verbindung gebracht. Über Jahrhunderte hinweg entwickelte sich hier ein bedeutender Wallfahrtsort.
Historisch lassen sich nicht alle Einzelheiten ihres Lebens sicher nachweisen. Die ältesten Berichte über Afra entstanden erst viele Jahre nach ihrem Tod und verbinden historische Erinnerungen mit legendarischen Erzählungen. Unbestritten ist jedoch, dass Afra bereits in der Spätantike als Märtyrin verehrt wurde und zu den ältesten Heiligen des deutschsprachigen Raumes gehört.
Bis heute beeindruckt ihr Zeugnis. Afra erinnert daran, dass menschliche Würde nicht von Herkunft, Lebensgeschichte oder gesellschaftlichem Ansehen abhängt. Ihr Leben steht für die Kraft des Glaubens, für Mut in schwierigen Zeiten und für die Freiheit des Gewissens.
Ihr Gedenktag wird jedes Jahr am 7. August gefeiert.