Franz Reißner mit dem Jakobsbecher geehrt
Sänger des Männerchors Völs gestalten Pfarrmesse in Friedberg mit

Die Pfarrmesse am Sonntag, 7. Juni 2026, in der Friedberger Stadtpfarrkirche fand ganz im Zeichen von Freundschaft, Dankbarkeit und Wertschätzung statt . Acht Sänger des Männerchors Völs am Schlern aus Südtirol unter der Leitung von Manfred Kompatscher waren eigens nach Friedberg gekommen, um sich von Pfarrer P. Steffen Brühl zu verabschieden. P. Brühl war Völs über viele Jahre eng verbunden und hatte dort mehrfach die Bergmesse zum Schlernkirchtag gefeiert. Zugleich verlieh die Pfarrei den Jakobsbecher an Franz Reißner für dessen langjähriges Engagement an der Schnittstelle von Pfarrgemeinde und Stadtgesellschaft.
Mehr als 300 Kilometer hatten die Sänger bereits in aller Frühe zurückgelegt, um mit ihrem Gesang dem Gottesdienst einen festlichen Rahmen zu verleihen. Ihr Programm spannte dabei einen weiten Bogen: von Schuberts Deutscher Messe über einen eindrucksvollen Andachtsjodler bis hin zu italienischen Liedern. Gerade diese Mischung machte den besonderen Charakter aus.
P. Brühl erinnerte auch an die lange Verbundenheit zwischen Friedberg und Völs, die 1959 mit der Musik begann. Zahlreiche persönliche Freundschaften und Begegnungen sind seitdem gewachsen und wert, auch in Zukunft gepflegt zu werden.
Die Verbindung zu Völs spielte an diesem Tag noch auf andere Weise eine Rolle: Auch Franz Reißner ist dem Ort seit vielen Jahren verbunden und verbringt dort regelmäßig seinen Urlaub.
Jakobsbecher für Franz Reißner
Mit dem Jakobsbecher würdigt die Pfarrei St. Jakobus major Menschen, die sich in besonderer Weise um das kirchliche und gesellschaftliche Leben verdient gemacht haben. Der Pfarrgemeinderat hatte unlängst beschlossen, dieses Zeichen der Anerkennung und Dankbarkeit Franz Reißner zukommen zu lassen.
In seiner Laudatio erinnerte P. Brühl an das vielfältige Wirken Reißners für das kulturelle Leben Friedbergs. Dabei zitierte er den Geehrten mit einem für ihn typischen Satz: „In Friedberg kannst du alles machen – du musst es nur selbst machen.“
So locker der Spruch daherkomme, spiegle er doch die Erfahrungen eines hochengagierten Menschen wider, der voller Ideen stecke, weil ihm Friedberg so viel bedeute. Zugleich klinge darin die Erfahrung an, dass man manches eben selbst in die Hand nehmen müsse, damit es tatsächlich umgesetzt werde.
Wenn Reißner von einer Idee überzeugt gewesen sei, habe er nicht lange nach Zuständigkeiten gefragt, sondern nach Möglichkeiten, sie Wirklichkeit werden zu lassen.
Beispielhaft erinnerte P. Brühl an die Sonderausstellung „St. Jakob – Glaubensmonument im Wandel der Zeit“ 2011 im Wittelsbacher Schloss, an die Nikolaus-Figur der Fieranten des Friedberger Advents sowie an weitere Projekte, die das kulturelle Gesicht Friedbergs prägen. Zu den jüngsten Projekten zählt die Benennung der Pallotti-Brücke und die Aufstellung eines Standbildes des Gründers der Pallottiner.
Einen besonderen Platz in seiner Würdigung nahm die Restaurierung des historischen Altarblattes der alten Stadtpfarrkirche ein. Das Gemälde zeigt den Stadt- und Pfarrpatron St. Jakobus den Älteren und gehört zu den wenigen Kunstwerken, die aus der alten Jakobskirche erhalten geblieben sind, die 1868 durch den Einsturz ihres Turmes zerstört wurde.
P. Brühl bezeichnete das Altarblatt als besonderen Schatz Friedbergs. Es eröffne einen seltenen Einblick in das Friedberg der Barockzeit und in die Gedankenwelt der Menschen vor rund 300 Jahren. Dass dieses bedeutende Zeugnis der Stadtgeschichte heute fachgerecht restauriert betrachtet werden könne, sei wesentlich der Initiative Franz Reißners zu verdanken.
Der Dank galt ausdrücklich auch Franz Reißners Frau Martha. Beide seien über viele Jahre ein eingespieltes Team gewesen, betonte P. Brühl – ob im Sport, in der Politik oder in der Kultur. Die Verdienste des einen seien ohne die andere kaum denkbar – und umgekehrt.
In seinen Dankesworten nach der Verleihung erinnerte Franz Reißner an die vielen Handwerker, Unterstützer und Sponsoren, die seine Projekte mitgetragen hätten. Besonders dankte er für das Vertrauen, das sie ihm immer wieder entgegengebracht hätten: für das Vertrauen, dass aus Ideen schließlich Wirklichkeit werden könne.
Sehr persönlich wurde Reißner, als er sich an P. Brühl wandte. Er dankte ihm für dessen Offenheit, seine Unterstützung und die vertrauensvolle Zusammenarbeit bei zahlreichen Projekten.
Zum Abschluss bewies Franz Reißner, dass mit seinem Einfallsreichtum weiter zu rechnen ist. An die Friedbergerinnen und Friedberger gerichtet, erklärte er: „Es gibt noch viel zu tun – und ich habe noch viele Ideen.“
Dank an die Freunde aus Südtirol
Zum Ende des Gottesdienstes dankte P. Brühl den Sängern des Männerchors Völs für ihre musikalische Gestaltung und ihre langjährige Verbundenheit mit Friedberg.
Mit einem Augenzwinkern bekannte er, dass sie ihm durch ihren Besuch den Abschied aus Friedberg – und damit in gewisser Weise auch von Völs – noch ein Stück schwerer gemacht hätten. Zugleich gab er den Gästen einen Wunsch mit auf den Heimweg:
„Der schönste Abschiedsgruß, den ich kenne, heißt ‚Adieu‘ – zu Gott. Was kann man einander Schöneres wünschen? Gottes Segen begleite Euch und Eure Lieben.“
Unter den Mitfeiernden waren auch Friedbergs Dritte Bürgermeisterin Ulrike Sasse-Feile, der langjährige ehemalige Präsident des Völser Partnerschaftskomitees Reinhard Pachner sowie seine Nachfolgerin Margit Lucchesi. So führte dieser Gottesdienst zwei Dinge zusammen, die Friedberg prägen: die lebendige Freundschaft mit Völs und das Engagement von Menschen wie Franz Reißner, die sich mit Ideen, Tatkraft und Ausdauer für ihre Stadt einsetzen.
