Friedberg feiert 120 Jahre Ambulante Krankenpflege und 30 Jahre Sozialzentrum
Gleich zwei Jubiläen gab es in Friedberg zu feiern: Der Förderverein Ambulante Krankenpflege besteht seit 120 Jahren, das Sozialzentrum Friedberg seit 30 Jahren. Aus diesem Anlass fand im eigens aufgebauten Festzelt im Innenhof des Sozialzentrums ein Festgottesdienst statt.
Gemeinsamer Festgottesdienst
Den Gottesdienst gestalteten der katholische Pfarrer P. Steffen Brühl und der evangelische Pfarrer Falko von Saldern in ökumenischer Verbundenheit. Damit wurde auch sichtbar, was den Verein seit seiner Gründung prägt: Menschen verschiedener Konfessionen und gesellschaftlicher Hintergründe ziehen an einem Strang, wenn es darum geht, anderen zu helfen.
Predigt über Verantwortung und Nächstenliebe
„Wer hilft, wenn andere vorbeigehen?“ Mit dieser Frage begann P. Brühl seine Predigt. Am Beispiel des barmherzigen Samariters machte er deutlich, dass jeder Mensch in eine Notlage geraten kann. Eine funktionierende Gemeinschaft lebe davon, füreinander einzustehen und Verantwortung zu übernehmen.
Blick auf die Vereinsgeschichte
P. Brühl erinnerte an die Anfänge der ambulanten Krankenpflege in Friedberg. Die Gründer des Vereins, Stadtprediger Otto Meichelböck und Kaufmann Karl Mendelstein, sahen die schwierige Situation vieler Kranker und wurden aktiv.
Schon kurz nach der Gründung schlossen sich mehr als 500 Haushalte dem Verein an – damals fast die gesamte Stadtbevölkerung. Menschen unterschiedlicher Herkunft und Konfession engagierten sich gemeinsam, damit Kranke nicht auf sich allein gestellt waren.
Die Franziskanerinnen des Augsburger Klosters Maria Stern übernahmen die Pflege in den Wohnungen der Bedürftigen. Dabei spielte es keine Rolle, welcher Konfession jemand angehörte oder wie viel Geld er besaß. Aus dieser Arbeit entwickelte sich später die heutige Sozialstation.
Sozialzentrum als Zeichen gelebter Solidarität
Auch das vor 30 Jahren eröffnete Sozialzentrum steht in dieser Tradition. P. Brühl bezeichnete es als Ergebnis vieler engagierter Menschen und eines starken Zusammenhalts in der Stadt. Besonders die damalige Bausteinaktion habe gezeigt, was möglich ist, wenn viele gemeinsam ein Ziel verfolgen.
Ehrenamt bleibt wichtig
Mit Blick nach vorn betonte der Friedberger Pfarrer, dass soziale Einrichtungen auch künftig auf ehrenamtliches Engagement angewiesen seien. Nächstenliebe müsse immer wieder neu gelebt und mit konkreten Taten gefüllt werden.
Unter den Gottesdienstteilnehmern waren auch Friedbergs Erster Bürgermeister Roland Eichmann, die Dritte Bürgermeisterin Ulrike Sasse-Feile sowie der Landtagsabgeordnete Peter Tomaschko.
Der Festgottesdienst bildete den Auftakt zum Jubiläumsfest. Dabei erinnerten die Besucher an die Geschichte von Förderverein und Sozialzentrum und würdigten deren Beitrag zum sozialen Leben in Friedberg.
Der Festgottesdienst in Bildern
Fotos: Achim Lüders










