Frauenwinternacht – auch ein Ort von Kirche

Workshops, Impulse und Begegnungen bringen Frauen jeden Alters und unterschiedlichster Herkunft zusammen

Von Dagmar Weindl

Ein knisterndes Lagerfeuer und sehr viele Kerzen weisen am Freitagabend in der Dunkelheit den Weg zur Vinzenz-Pallotti-Schule. Ausnahmsweise nicht, damit sich hier Schülerinnen und Schüler einfinden können, sondern die Teilnehmerinnen der 2. Frauenwinternacht. Veranstaltet wurde sie heuer vom Katholischen Frauenbund Friedberg und vom Familienstützpunkt Region West, von den Pfadfinderinnen Friedberg und den Frauen der Pfarreiengemeinschaft Ottmaring.

Das Interesse an der Veranstaltung ist überwältigend. 130 Frauen aus Friedberg, Augsburg und Umgebung, aber auch aus dem Bayerischen Wald und dem Berchtesgadener Land begrüßt Landrat Dr. Klaus Metzger mit großem Vergnügen. Er hat die Schirmherrschaft für die Frauenwinternacht nur allzu gern übernommen und die Vinzenz-Pallotti-Schule mit ihren Räumlichkeiten dafür zur Verfügung gestellt. Großes Lob findet Metzger schon für den Titel der Veranstaltung „Himmelwärts erden“: „Ein Slogan, der es in sich hat und bei dem mir das Herz aufgeht.“

Das Herz geht zweifellos auch dem Organisationsteam auf, das sich ausnahmslos hoch zufrieden zeigt. „Es ist wirklich toll, dass sich so viele Frauen angemeldet haben – noch mehr als beim ersten Mal vor zwei Jahren“, sagt Lisa Wenderlein. Auch das zeigt, dass das Konzept hervorragend ankommt. Frauen jeden Alters und unterschiedlichster Herkunft sollen gemeinsam eine kreative, kulturelle, spirituelle und kommunikative Nacht erleben können. „Wir wollen Netzwerke bilden, die Frauen in dieser Stadt und darüber hinaus verbinden“, erklärt Lisa Wenderlein. „Bei der Frauenwinternacht geht es um Begegnung, Austausch und Kooperation – für alle.“ Das sei ihr besonders wichtig, dass wirklich alle Frauen teilnehmen können. Auch jene, die sich teure Eintritte nicht leisten können. Deshalb zahlen die Teilnehmerinnen am Abend, was ihnen angemessen und möglich erscheint.

Sie erwartet ein umfangreiches Programmangebot: Neun verschiedene Workshops stehen zur Auswahl, um sich mit dem Thema „Himmelwärts erden“ auf verschiedene Weise auseinanderzusetzen und Körper, Geist und Seele etwas zu bieten. Ob beim gemeinsamen Singen, Yoga oder Tanzen, mit Bibelarbeit, Märchen oder Kreativworkshops. Außerdem lädt ein Traumraum zum Entspannen ein und die himmlische Oase bietet kulinarische Genüsse. Alle Angebote finden großen Anklang. Auch die Impulse, die es zwischendurch gibt. Einmal beeindruckt Sabine Stötzer die Teilnehmerinnen in der Aula der Vinzenz-Pallotti-Schule mit ihren philosophischtheologischen Ausführungen zu „Himmelwärts erden“, ein weiteres Mal sorgt Hannah Stockhammer für Staunen, als sie mit ihren besonderen Gedichten einen PoetrySlam gestaltet. Mit einem weiteren Impuls am Lagerfeuer bereichern Gabi Muhr und Monika Schwab die Frauenwinternacht. Einen stimmungsvollen Abschluss findet die Nacht schließlich mit einem Taizé-Gebet in der Aula, das Andrea Schmid gestaltet. Auch sie gehört zu den Mit-Organisatorinnen, die viel Zeit und Kreativität in die Vorbereitung investiert haben. „Unser Ziel ist es, mit der Frauenwinternacht unterschiedlichste Frauen zusammenzubringen, damit sie etwas gemeinsam machen“, erklärt Andrea Schmid. „Damit ist das für mich auch ein Ort von Kirche: In aller Verschiedenheit zusammenzukommen und Verbindendes zu entdecken.“

Mit Blick auf die Frauen, die beim Workshop von Karin Lindermeir gemeinsam in der Aula tanzen und sichtlich Freude daran haben, sagt Andrea Schmid: „Das ist mein Anspruch: Ich möchte, dass die Frauen strahlen.“ Dieses Ziel ist zweifellos erreicht, die Teilnehmerinnen genießen diesen langen Abend aus vollen Zügen. Ulrike Seuffert, die auch zum ehrenamtlichen Team gehört, betont, wie schön und wichtig es sei, hier Generationen zusammenzubringen und Wohlfühlangebote für Frauen schaffen. Stolz präsentiert sie ihren Sonnenfänger, den sie in der ersten Workshoprunde gebastelt hat. Der steht bei Birgitt Greppmair als Nächstes auf dem

Programm, sie hat sich in der ersten Stunde mit einem Handpeeling verwöhnt. Große Nachfrage findet auch der Workshop „Singen von Kopf bis Fuß“ unter der Leitung von Tanja Großmann. Unter anderem sind hier viele erfahrene Chorsängerinnen anzutreffen, die sich dem Thema einmal ganz anders nähern wollen. So auch Pauline Rainer, die begeistert ist, wie die Frauen hier ihre Stimme erfahren und spüren können. Und auch die eigene Kreativität zu entdecken, macht offensichtlich große Freude. Da staunt eine Teilnehmerin im Workshop von Marianne König, der Reste aus der Küche in der Kunst erblühen lässt: „Ich bin beeindruckt, was man alles kann.“ Frau auch.