Hier können Sie das Begleitheft zum letzten Friedberger Krippenweg 2024 herunterladen.

Der Friedberger Krippenweg legt 2025 bewusst eine Pause ein

Der Friedberger Krippenweg pausiert in diesem Jahr. Eigentlich hätte 2025 der zehnte Krippenweg stattfinden sollen – ein kleines Jubiläum für ein Projekt, das 2016 sehr bescheiden begonnen hat und sich über die Jahre kontinuierlich weiterentwickelt hat. Gerade dieses Jubiläum war jedoch Anlass, innezuhalten und einen Schritt zurückzutreten.

Der Grund für die Pause ist kein nachlassendes Interesse an den Krippen – im Gegenteil. Der „Friedberger Krippenweg“ ist längst über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Gerade dieser Erfolg hat die Initiatorin, die Stadtpfarrei St. Jakob, dazu bewogen, die Entwicklung aufmerksam zu beobachten. Als deutlich wurde, dass der zeitliche Aufwand für die Organisation des Krippenwegs immer schwerer zu leisten war und Teilnahmezusagen wie auch neue Begleittexte zunehmend zögerlicher kamen, fiel die bewusste Entscheidung, rechtzeitig innezuhalten.

„Der Krippenweg lebt davon, dass Menschen ihn mit Überzeugung mittragen“, sagt Stadtpfarrer Steffen Brühl. „Wenn wir spüren, dass diese innere Kraft im Moment weniger wird, dann ist das ein Zeichen, einen Schritt zurückzutreten und neu hinzuhören.“ Ein Jubiläumsweg, so Brühl, brauche innere Beteiligung und inhaltliche Sorgfalt. Andernfalls bestehe die Gefahr, dem Projekt langfristig eher zu schaden als zu dienen.

Gewachsen aus einer kleinen Idee

Als der Friedberger Krippenweg 2016 ins Leben gerufen wurde, war er zunächst eine kleine, rein katholische Initiative. Jahr für Jahr kamen weitere Kirchen und Krippen hinzu. Inzwischen ist der Weg ökumenisch ausgerichtet und verbindet unterschiedliche christliche Traditionen in Friedberg und seinen Stadtteilen.

Von Beginn an ging es dabei nicht nur um das Zeigen kunstvoller oder historischer Krippen. Der Krippenweg wollte die Darstellungen rund um die Geburt Jesu bewusst ins Gespräch bringen – als theologisches Zeichen, als kulturelles Erbe und als spirituelle Einladung.

Besonders deutlich wurde diese Bedeutung in den Jahren der Corona-Pandemie. „Je länger die Pandemie dauerte, desto stärker war sie auch von negativen Emotionen bis hin zur Aggression geprägt“, sagt Brühl. Der Friedberger Krippenweg war 2020 und 2021 so angelegt, dass er gefahrlos begangen werden konnte. Für viele Menschen wurde er zu einem stillen Weg nach draußen und zu einer wohltuenden Erfahrung in schwieriger Zeit.

„Die Krippen waren einfach da, ohne etwas zu fordern“, so Brühl. „Sie strahlten eine Ruhe aus und halfen dem einen oder der anderen, noch einmal neu zu schauen, was wirklich zählt – und wer dem eigenen Leben Halt und Orientierung geben kann.“

Fragen, die Zeit brauchen

Die nun eingelegte Pause soll genutzt werden, um grundsätzliche Fragen zu klären. Eine davon betrifft das Begleitheft:

Hat ein gedrucktes Heft noch Zukunft – oder braucht es mehr Mut zu digitalen Formen? QR-Codes, Smartphone-Angebote und flexible Online-Lösungen könnten Informationen leichter zugänglich machen und Aktualisierungen vereinfachen.

Einer der Schwachpunkte zeigte sich etwa bei kurzfristig geänderten Öffnungszeiten von Kirchen. Besucherinnen und Besucher standen vereinzelt vor verschlossenen Portalen und mussten unverrichteter Dinge wieder umkehren. „Das tat mir wirklich sehr leid“, sagt Stadtpfarrer Steffen Brühl. „Gerade hier könnte eine nahtlose Einbindung sozialer Medien oder eine eigene Krippenweg-App helfen, Informationen aktuell weiterzugeben und Enttäuschungen zu vermeiden.“

Auch die Struktur des Weges steht erneut zur Diskussion. Von Beginn an war der Krippenweg als Kirchen-Krippen-Weg konzipiert. Immer wieder gab es Anfragen, ihn stärker zu öffnen – etwa für Krippendarstellungen an öffentlichen Orten oder in Einrichtungen. In einzelnen Fällen wurde dies erprobt, etwa mit der Krippe der Kolpingfamilie Lechhausen im Derchinger Forst. An einem Punkt blieb man jedoch bewusst konsequent: Der Krippenweg beginnt erst an Weihnachten, am 25. Dezember. Nicht im Advent. Die Krippe gehört zur Weihnachtszeit – nicht zum Advent.

Und was ist heuer?

Ganz ohne Krippen bleibt Friedberg natürlich nicht. Die Krippen stehen auch in diesem Jahr wieder in den Kirchen. Was es jedoch nicht überall geben wird, sind zusätzliche Öffnungszeiten speziell für den Krippenweg. Das Begleitheft von 2024 wird erneut prominent digital zur Verfügung gestellt – viele der enthaltenen Informationen sind weiterhin aktuell.

Der Friedberger Krippenweg verschwindet also nicht. Er hält inne. Damit er mit neuer Klarheit, neuer Kraft und neuer Freude weitergehen kann.